Vom 30. September bis zum 2. Oktober 2026 fand an der Universität Bielefeld die Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) unter dem Motto „Unsichere Zeiten – Geschichtsdidaktik in der Demokratie“ statt. Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen diskutierten über die Rolle von Geschichtsdidaktik und -unterricht in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung. Besonders erfreulich war die Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands (VGD): Der Bundesvorsitzende Niko Lamprecht richtete ein digitales Grußwort an die Teilnehmenden, während Dr. Frank Schweppenstette an der Podiumsdiskussion „Geschichtsunterricht und Gedenkstättenarbeit unter Druck. Eine Ortsbestimmung in autoritären Zeiten“ mitwirkte. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen, denen sich Geschichtsunterricht und Gedenkstättenarbeit angesichts zunehmender autoritärer und geschichtsrevisionistischer Tendenzen gegenübersehen. Die KGD dankt den Bielefelder Organisator:innen für die gelungene Tagung und dem VGD für die konstruktive Zusammenarbeit. (Prof. Sebastian Barsch, KGD-Vorsitzender)
Grußwort Niko Lamprecht (VGD-Bundesvorsitzender) – Transkript
Sprecher: Niko Lamprecht, Vorsitzender des Verbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands (VGD) Anlass: Videogrußwort zur Tagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) in Bielefeld Dauer: ca. 2:48 Min.
[00:00] Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik in Bielefeld,
gerne wäre ich persönlich gekommen und hatte auch schon zugesagt, denn es ist mir wichtig, dass der VGD, die KGD und der VHD zusammen auftreten. Aber wie das Leben so spielt: Mein Sohn hat beschlossen, eine Japanerin zu heiraten. Das findet in Tokio statt, und ich habe mich erkundigt – Anfang Oktober, der öffentliche Nahverkehr wird das nicht ganz schaffen. Ich muss also leider per Online-Videogrußwort erscheinen, anders geht es nicht. Aber ich habe als Stellvertreter Herrn Dr. Frank Schweppenstette geschickt, und er wird hervorragend vertreten sein und Rede und Antwort stehen, wenn Sie möchten.
[00:37] Ich möchte drei Gedanken vermitteln.
Es ist in diesen Zeiten unglaublich wichtig, dass wir die Trias der drei großen Verbände – VHD, KGD und VGD – sehen, erkennen und noch viel stärker ausbauen als bisher. Wir müssen schauen, dass wir außerhalb der Verschiedenheiten der unterschiedlichen Sichtweisen, die es sicherlich gibt, das gemeinsame Interesse erkennen, das Fach Geschichte zu stärken, zu verteidigen, vielleicht ja sogar auszubauen. Und an den Schulen wird da die Basis gelegt, die dann in die Ausbildung geht, in die Didaktik, in die Wissenschaft. Wir müssen das viel stärker als bisher, behaupte ich – und ich glaube, da bin ich mit Sebastian Barsch einer Meinung –, gemeinsam vertreten, nach außen tragen, verteidigen und stärken.
[01:22] Das Thema der Tagung, „Unsichere Zeiten“, passt hierzu natürlich hervorragend. Nichts ist mehr selbstverständlich. Alte Gewissheiten brechen auf. Ich will das weltpolitisch gar nicht weiter aufblättern, das verzettelt sich zu sehr. Aber wir merken das auch an den Schulen. Es bläst teilweise ein harter Wind. Selbstverständlichkeiten werden infrage gestellt. Sichere Stundentafeln, sichere Zuteilungen für das Fach Geschichte, sichere Lehrpläne – sie stehen enorm unter Druck.
[01:49] Auch hier müssen wir also sagen: Wir müssen zusammenstehen, um Fachlichkeit zu bewahren, um die Qualität der Ausbildung, des Unterrichts zu bewahren, und vielleicht auch, um die wissenschaftliche Selbstständigkeit der Lehrpläne zu bewahren. Denn auch da gab und gibt es ja Anwürfe, wie Sie sicherlich verfolgt haben.
[02:07] Der VGD versucht also, mit den beiden anderen Verbänden zusammenzuarbeiten. Ich wünsche der Tagung in Bielefeld einen besten Verlauf, fruchtbare Diskussionen, gute Gespräche, einen guten Austausch. Lassen Sie uns zusammenstehen, nach außen tragen, wie wichtig das Fach Geschichte ist – nicht nur in den Sonntagsreden der Politik, sondern auch in der realen Wirklichkeit vor Ort: an den Schulen, an den Ausbildungsstätten, an den Universitäten. Und zeigen wir nach außen – ich zitiere den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst auf dem Historikertag in Bonn –, zeigen wir nach außen die, Zitat, „Superkraft“ des Faches Geschichte.
Dankeschön.
Abkürzungen: VGD = Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands · KGD = Konferenz für Geschichtsdidaktik · VHD = Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands
(Foto fehlt)
Foto KGD, freigegeben. Von links nach rechts: Prof. Dr. Lars Deile, Prof. Dr. Antje Flüchter, Prof. Dr. Sebastian Barsch
Unsere Partner BStA, BpB und Bundesarchiv bieten stützende Materialien, die wir gern weitergeben.
Niko Lamprecht
Bundesvorsitzender VGD e.V.
Liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Bildungsakteurinnen und Akteure,
die Erinnerung an die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihre fundierte Aufarbeitung sind ein Fundament für gesellschaftliche Reflexionen und Zusammenhalt in Gegenwart und Zukunft. Wie kaum ein anderes historisches Datum spiegelt der 9. November die Brüche und Gegensätze der deutschen Geschichte wider. Daher ruft die Kultusministerkonferenz Schulen zur Durchführung von Projekttagen rund um den 9. November auf und hat ihre Empfehlungen zur Erinnerungskultur überarbeitet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit den beiden deutschen Diktaturen sowie deren Überwindung.
Mit der Website „Projekttag deutsche Geschichte“ möchten wir Sie dabei unterstützen, Jugendliche zu einer historischen Spurensuche am Beispiel des 9. Novembers anzuregen – sei es im Zusammenhang mit der Ausrufung der Republik 1918, dem Scheitern des Hitler-Ludendorff-Putsches 1923 oder insbesondere den Novemberpogromen 1938 und dem Fall der Berliner Mauer 1989. Welche Folgen hatten diese Ereignisse? Welche Erfahrungen und Entscheidungen prägten die Menschen? Und wie wirken diese bis in die Gegenwart?
Die Website bietet Ihnen ausgewählte historische Quellen, Überblicksdarstellungen, Diskussionsbeiträge, Ausstellungen und Zeitzeugenangebote. Sie gibt Anregungen für einzelne Unterrichtseinheiten ebenso wie für die Gestaltung eines ganzen Projekttages.
Die Beschäftigung mit solchen zentralen Ereignissen der deutschen Geschichte hilft jungen Menschen, auch aktuelle Entwicklungen differenziert einzuordnen und zu verstehen, dass Demokratie weder selbstverständlich noch unverletzlich ist – und immer wieder neu Sachwissen und Engagement voraussetzt.
Mit besten Grüßen
Ihre Bundesstiftung Aufarbeitung | Ihre Bundeszentrale für politische Bildung | Ihr Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv
Die Website https://www.projekttag-deutsche-geschichte.de/ ist ein gemeinsames Angebot der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archivs.
Der VGD und der KLETT-Verlag schreiben wieder einen attraktiven Wettbewerb aus, der innovative Unterrichtskonzepte sucht. Deadline ist der April 2027, weitere Infos siehe hier.
Der Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands (VGD) und der Ernst Klett Verlag schreiben zum sechsten Mal den Wettbewerb für neue Unterrichtsideen im Fach Geschichte aus. Dieser Wettbewerb zur Nachwuchsförderung richtet sich an Lehrkräfte im Referendariat sowie an Lehrkräfte, die zum Zeitpunkt des Einsendeschlusses maximal fünf Jahre im Schuldienst sind.
„Geschichte: Das hat etwas mit mir zu tun“
Eingereicht werden können selbst erprobte Entwürfe für Lerneinheiten aus allen Epochen (eine Einzel- oder maximal Doppelstunde) im Fach Geschichte der Jahrgangsstufen 5 bis 13. Es geht dabei um Unterrichtsideen, die mit klarem fachlichem Bezug innovativ sind. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen dabei überzeugend darlegen, warum die Lerneinheit für ihre Schülerinnen und Schüler besonders attraktiv und lernwirksam ist – „das hat etwas mit mir zu tun“. Die Idee soll so dargestellt werden, dass sie alltagstauglich nachvollzogen und damit auf andere Lerngruppen übertragen werden kann.
Das für die NS-Geschichte bekannte Archiv in Arolsen bietet auf digitalem Weg ein neues Angebot für Schulklassen an. Wir können die Teilnahme empfehlen, nähere Informationen siehe hier.
„Die Geschichte hinter den Dingen“
Was verraten persönliche Gegenstände über das Leben ihrer früheren Besitzer*innen?
Am 21. September veröffentlichen die Arolsen Archives ein neues digitales Bildungsangebot über die Lebenswege von Verfolgten des Nationalsozialismus. Das interaktive Lernmodul verbindet das Heranführen an historische Quellen mit kreativen Formen der Biographiearbeit und wird kostenlos und frei zugänglich auf der Bildungsplattform Arolsen School zu finden sein. Zur Veröffentlichung startet zudem ein Mitmachprojekt, an dem Sie mit Ihrer Lerngruppe teilnehmen können.
Die Bildungsarbeit der Arolsen Archives
Die Arolsen Archives, früher bekannt als International Tracing Service (ITS), sind heute das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Seit 2019 ist das Archiv weitgehend online einsehbar und somit weltweit zugänglich. Dadurch ist es möglich, dass auch Schulklassen heute selbstständig darin recherchieren können. Ergänzend besteht mit Arolsen School ein umfassendes digitales Bildungsangebot.
Das neue Lernmodul: „Die Geschichte hinter den Dingen“
Unser neues digitales Lernmodul „Die Geschichte hinter den Dingen“ setzt an den Beständen der Arolsen Archives an und ergänzt eine geschichtsdidaktische Perspektive durch Ansätze kultureller Bildung.
Ausgehend von Dokumenten und persönlichen Gegenständen von im NS verfolgten Personen entdecken Jugendliche Hinweise zu den Lebensgeschichten dieser Menschen. Dazu können sie dreidimensionale, originalgetreue Abbildungen von Quellen untersuchen und Hintergrundinformationen entdecken. Im Anschluss beantworten Sie mit dem neuen Wissen Fragen und gelangen so zu Graphic Novels, die das Leben der jeweiligen Person nacherzählen.
Die Erzählung der Graphic Novels ist Resultat einer partizipativen Zusammenarbeit mit Schulen in Gelhausen, Bremen und Hamburg, die jeweils mit verschiedenen Künstler*innen umgesetzt wurden.
Nehmen Sie Teil!
Die Veröffentlichung begleiten wir mit dem Mitmachprojekt „Deine Geschichte hinter den Dingen“. Das Mitmachprojekt ist für Jugendliche aller Schulformen ab der 9. Jahrgansstufe geeignet und kann fächerübergreifend in einem Umfang von mind. drei Doppelstunden à 90 Minuten bis hin zu einer ganzen Projektwoche umgesetzt werden.
Nutzen Sie mit Ihrer Lerngruppe unser Lernmodul als Einstieg, um ein ähnliches Projekt durchführen.
Im Herbst 2026 kommen zwei Filme in die Kinos, die für den Geschichtsunterricht interessante Zugänge zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Beide Produktionen verbinden historische Entwicklungen mit individuellen Lebensgeschichten; pädagogische Begleitmaterialien sind angekündigt bzw. sollen über die Filmseiten bereitgestellt werden.
HEIMSUCHUNG – Eine Jahrhundertgeschichte
Kinostart: 15. Oktober 2026
Volker Schlöndorffs Verfilmung von Jenny Erpenbecks Roman Heimsuchung erzählt von einem Haus an einem See nahe Berlin und den Lebenswegen seiner wechselnden Bewohnerinnen und Bewohner. Ihre Geschichten sind mit den großen politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verbunden – von der Weimarer Republik über Nationalsozialismus und Krieg bis zur DDR und zur Zeit nach der Wiedervereinigung. filme.studiocanal / youtube
Der Film bietet sich besonders für die Sekundarstufe II an. Im Geschichtsunterricht lassen sich unter anderem folgende Themen aufgreifen:
Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert
Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und seine Folgen
Deutsche Teilung, DDR und Friedliche Revolution
Flucht, Vertreibung, Heimat und Erinnerungskultur
Historische Erfahrungen und individuelle Lebensgeschichten
Der Dokumentarfilm BIERMANN von Jens Meurer porträtiert den Liedermacher und Dichter Wolf Biermann. Die biografische Erzählung ermöglicht einen persönlichen Zugang zu zentralen Stationen der deutschen Geschichte: von Nationalsozialismus und Nachkriegszeit über die Gründung der DDR und die deutsche Teilung bis zur Friedlichen Revolution und Wiedervereinigung.
Der Film eignet sich ab Jahrgangsstufe 9 für die Fächer Geschichte, Politik, Ethik, Deutsch und Musik. Mögliche Anknüpfungspunkte für den Unterricht sind:
Demokratie und Diktatur
Freiheit, Menschenrechte und Zivilcourage
Opposition und politische Verfolgung in der DDR
Deutsche Teilung, Friedliche Revolution und Wiedervereinigung
Kunst, Musik und Literatur als politische Ausdrucksformen
Lehrkräfte, die einen Kinobesuch mit ihrer Lerngruppe planen, können bei einem Kino vor Ort nach Schulvorstellungen fragen. Nähere Informationen zu den Filmen sowie gegebenenfalls Unterrichtsmaterialien finden sich auf den verlinkten offiziellen Filmseiten.
Der Bundesvorsitzende Niko Lamprecht wurde von FR-Online zu Lehrplanänderungen und deren Folgen interviewt. Eine direkte Bezugnahme auf eine spezielle Partei gab Lamprecht hierbei nicht, aber eine Positionierung zu den für den VGD wichtigen Fragen von Faktensicherheit, epochaler Bandbreite der Lehrpläne und deren Verfassungsbindung (vgl. Stichwort Demokratiebildung, s. https://geschichtslehrerverband.de/3-9-26-vgd-beteiligt-bei-erklaerung-zur-demokratiebildung-und-qualitaet-fachgerechter-lehrkraefteausbildung/ ) im Geschichtsunterricht. Die Aussagen wurden in der FR und vielen weiteren Medien breit dargestellt, siehe in Auswahl:
Demokratiebildung braucht Fachlichkeit und wissenschaftlichen Umgang mit Evidenz und Mehrdeutigkeit / DPhV und Fachverbände warnen im Vorfeld der Landtagswahlen vor weiteren Kürzungen in der Lehrkräftebildung und vor Schwächung der Fachlichkeit / Lin-Klitzing: „Wer Lehrkräfte schlecht ausbildet, schadet der Demokratie“
17./18.11.26 Berlin: Anmeldung zu Tagung zur Erinnerungsarbeit mit BpB und KMK läuft
Unter https://www.bpb.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/580021/wie-in-zukunft-erinnern/ findet man nähere Information samt Veranstaltungflyer. Der VGD ist über den Bundesvorsitzenden Niko Lamprecht beteiligt und vertritt die Sicht der Schulen. Wir fordern die Vereinfachung des „Marathonlaufs“ engagierter Lehrkräfte, die viele Schritte bei der Organisation von Exkursionen gehen müssen – und teilweise an den Finanzen scheitern, wenn Fördertöpfe leer sind oder Zusagen nicht gehalten werden. In sozial schwachen Regionen sind Eltern oder Fördervereine manchmal auch nicht mehr bereit, „für so etwas“ Geld aufzuwenden. Wir brauchen sichere und einfache Genehmigungswege bzw. Förderzusagen – möglichst über ein bundesweit einheitliches Förderverfahren (Sonderbudget Gedenkstätten-/Erinnerungsortearbeit). Dies wäre der nötige Rückenwind für Lehrkräfte, ohne die auch immer wieder diskutierte – und aus unserer Sicht schwierige – Pflicht.
VGD zum Mauerbau u. der DDR-Geschichte im Unterricht:
DLF-Sendung „Campus und Karriere“ am 15.8.2026: Mauerbau 1961: Bekanntes Datum, unbekannte Geschichte? & Interview Florian Rietzl im RBB
Der VGD-Bundesvorsitzende Niko Lamprecht und der brandenburgische Landesvorsitzende Florian Rietzl äußern sich im Deutschlandfunk und im RBB-Fernsehen zu aktuellen Fragen und der Behandlung des Themas im Unterricht. Kernforderung des VGD bleibt genügend Zeit für den Geschichtsunterricht, gehalten von ausgebildeten Fachkräften. Dazu brauchen wir die feste Verankerung von Kernthemen über Prüfungsformate u.verbindliche Lehrpläne sowie gute und fachlich geprüfte kostenfreie Onlineformate (s. VGD-Kooperationen mit dem ZDF und MDR). Und: Rückenwind für Gedenkstättenbesuche und Zeitzeugenbesuche, d.h. eine möglichst bundesweite einheitliche Förderung über ein Budgetsystem, welches den Schulen eine verbindliche Summe für die Finanzierung dieser demokratiefördernden Angebote bereitstellt. Nur so kann der frustrierende Hürdenlauf engagierter Lehrkräfte vermieden werden, die bei Exkursions- oder Veranstaltungsplanungen mit formalen und terminlichen Zwängen kämpfen und auch oft an den Finanzen scheitern. Wir wollen motivierenden Geschichtsunterricht, der strukturell besser verankert ist. Geschichte als Faktenchecker- und Demokratiefach an Schulen braucht Verbindlichkeit, nicht nur die wohlwollende Erwähnung in politischen Sonntagsreden.
Gäste: Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Niko Lamprecht, Vorsitzender des Verbands der Geschichtslehrerinnen u. -lehrer Martina Schoeneich, Zeitzeugin Am Mikrofon: Dörte Hinrichs
Vorankündigung: Am Sa 15.8.26 14.05-15h wird voraussichtlich im Deutschlandfunk eine Gesprächsrunde zum gleichen Thema stattfinden, mit VGD-Beteiligung.
Neben den offiziellen Gedenkveranstaltungen und dem entsprechenden Medienecho zu diesem Gedenktag gibt es auch die immer wieder auftauchende Frage nach der Rolle des Geschichtsunterrichts bei der Vermittlung der DDR-Geschichte. In den Abschlussjahrgängen der Sek. I und nochmals in den Oberstufen ist das Thema fest verankert, hier darf auch der Mauerbau mit seinen Folgen nicht fehlen. Die Zonengrenze prägte das Leben bis 1989/90, mit dem besonders traurigen Kapitel der „Mauertoten“.
Unterrichtsmaterial zur wenigstens kurzen Behandlung des Themas findet man bei https://schule.zdf.de/video/der-bau-der-mauer-102 , neben einem kurzen Video ist auch ein vom VGD-Team erarbeiteter Unterrichtsbaustein als PDF aufrufbar.
Unter ► https://www.mdr.de/zeitreise/ddr kann noch ein Meinungsbild hierzu verfolgt werden, befragt wurde u.a. auch Niko Lamprecht.
Wir danken dem VHD und seiner Geschäftsstelle für die Umsetzung dieser Idee, die wir schon vor langer Zeit anbrachten und seit einigen Jahren den Schulen mit Abitur anbieten. Der VGD könnte dies nicht logistisch umsetzen, insofern ist es – auch im Sinn des VHD bzw. etwaiger Studienanfängerinnen und -anfänger im Fach Geschichte – eine sehr sinnvolle Kooperation.
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VHD-Angebot: Abiturpreis Geschichte für Jahrgangsbeste / Informationen zur Anmeldung
Eine gute – noch nicht so alte und von uns angeregte – Tradition wird fortgeführt, s. Anschreiben und Informationen zur Anmeldung. Dies gibt die Chance einer besonderen Würdigung für erfolgreiche Leistungen im Fach Geschichte – und den Fachschaften Geschichte an Schulen ein zusätzliches „Standing“.
Der VGD hat sich schon länger dieses Angebot gewünscht und dankt dem VHD sehr für die Umsetzung desselben!
Die Debatten über ostdeutsche Identität, über unterschiedliche Erfahrungen in Ost und West und über das Selbstverständnis im vereinten Deutschland haben in jüngerer Zeit wieder deutlich zugenommen.
Mit dem Projekt „Identitäten ohne Mauern. Auf der Suche nach der DNA des Ostens“ greift die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur diese Fragen auf. Zum Projekt gehört eine Online-Umfrage, zu deren Teilnahme wir herzlich einladen:
Die Umfrage richtet sich ausdrücklich an alle, unabhängig von der geografischen Herkunft oder dem heutigen Wohnort. Gerade diese unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven kann die Umfrage sichtbar machen.
Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie soll vielmehr ein breites Stimmungsbild dazu vermitteln, wie Menschen heute auf Ostdeutschland, auf biografische Prägungen, auf fortbestehende Unterschiede und damit auf die Entwicklung des vereinten Deutschlands blicken.
Für die Beantwortung der Fragen genügen wenige Minuten. Bei jeder Frage können Sie Ihre Antwort erläutern und durch persönliche Beobachtungen ergänzen. Dabei sind ausführlichere Kommentare möglich, ebenso willkommen sind einige Stichworte. Besonders bei Fragen, die Ihnen wichtig sind oder bei denen ein einfaches Ja oder Nein Ihrer Sicht nicht vollständig gerecht wird, freuen wir uns auf Ihre Anmerkungen.
Die Teilnahme erfolgt anonym. Namen und Kontaktdaten werden nicht erhoben; die Antworten lassen sich keiner Person zuordnen. Zu Beginn werden lediglich einige allgemeine biografische Merkmale abgefragt. Sie ermöglichen es, die Antworten nach grundlegenden biografischen Merkmalen auszuwerten.
Der vereinbarte Kooperationsrahmen soll den Zugang zum Fach Geschichte stärken und Mitglieder des VGD vorzugsweise einbeziehen. Der VGD-Vorsitzende Niko Lamprecht bedankt sich beim HdG und besonders bei Prof. Biermann und Frau Dr. Mergen im Namen der Mitgliederschaft für die gemeinsame Initiative. Siehe PRESSEMITTEILUNG und TEXT DER VEREINBARUNG.
Gemeinsame Tagung des Fachverbandes Geschichte und Politik Hamburg (DVPB/VGD) und der Hamburgischen Bürgerschaft
Kooperationspartner: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LIF14), Landeszentrale für politische Bildung, Museum für Geschichte der Medizin Hamburg, Digitales Geschichtsbuch Hamburg
Verlags- und Buchausstellung: Buchner Verlag, Ernst-Klett-Verlag, Westermann-Gruppe, LZpB Hamburg, Wochenschau-Verlag, Bundeskanzler Helmut Schmidt Stiftung
Die Tagung findet in den historischen Räumen des Hamburger Rathauses statt und richtet sich an Lehrkräfte der Fächer Gesellschaft, Geschichte und PGW aller Schulformen sowie Studierende.
► Ziele der Tagung
• Herausforderungen des politischen Systems im Unterricht multiperspektivisch abbilden
• Gemeinsame fachliche Grundlagen stärken
• Schulübergreifende Vernetzung fördern
• Praxisorientierte Workshops zu Geschichte und Politik
► Geplanter Ablauf
ab 14.00 Uhr – Offener Beginn, Kaffee, Austausch, Ausstellung
15.00 Uhr – Begrüßung durch Carola Veit, Dr. Helge Schröder, Niko Lamprecht
15.15 Uhr – Gespräch: Herausforderungen für den historisch-politischen Unterricht
15.45 Uhr – Workshopschiene I (4 Workshops)
17.00 Uhr – Kaffeepause
17.15 Uhr – Workshopschiene II (3 Workshops)
18.30 Uhr – Informeller Ausklang & Abendessen
Workshops – Schiene I (15.00–16.15 Uhr)
► W1 – Blick über den Tellerrand: Weltpolitik im Klassenzimmer
Internationale Presseschau (eurotopics) als Zugang zu multiperspektivischen politischen Diskursen. Vorstellung eines fachdidaktischen Lernwegs.
Referentin: Amy Benzmann • Moderation: Prof. Dr. Tilman Grammes
► W2 – Politische Bildung an Hamburger Berufsschulen
Spannungsfelder zwischen Schulformen, gesellschaftspolitische Kontroversen und Praxisbeispiele.
Referent: Michael Frölich • Moderation: Susanne Ehlers
► W3 – Das Ungesagte: Zeitzeug*innen der 1920er Generation
Vorstellung eines einzigartigen Filmdokuments, didaktisches Material, Einsatzmöglichkeiten im Unterricht, Umgang mit NS-Begeisterung und heutigen Parallelen.
Referentin: Dr. Heidi Martini • Moderation: Norman Rose
► W4 – Haltung zeigen! Handlungsstrategien für Lehrkräfte
Umgang mit antidemokratischen, extremistischen oder populistischen Äußerungen im Unterricht. Analyse realer Situationen und konkrete Handlungsoptionen.
Referent: Mattes Campen • Moderation: Dr. Heidi Martini
Workshops – Schiene II (16.45–18.00 Uhr)
► W5 – Nahostkonflikt: Seit über hundert Jahren kein Frieden
Historischer Überblick vom Zionismus bis heute, multiperspektivische Zugänge, Unterrichtsmaterialien und fachdidaktische Strategien.
Referentin: Ines Stelljes • Moderation: Dr. Helge Schröder
► W6 – Einblicke: Hamburgs politisches System im Unterricht
Vorstellung der Plattform einblicke-hamburg.de, Materialien zu Bürgerschaft, Senat, Gerichten und Bezirken. Nutzung im Unterricht.
Referentin: Christin Renno • Moderation: Prof. Dr. Tilman Grammes
► W7 – Postkoloniale Erinnerungskultur in Hamburg
Theoretischer Rahmen, Unterrichtseinheit und Materialien zur Behandlung postkolonialer Erinnerungskultur in der Sekundarstufe II.
Referent: Sidney Oliveira • Moderation: Dr. Melanie Henne
Foto (Barbara Richter, VGD): Preisträger aus Falkensee mit Katharina Hochmuth (BStA) und der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser.
In würdigem Rahmen und mit vielen Gästen fand die Preisverleihung des Jugendwettbewerbs „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit. Thema 2025/2026: Neue Begegnungen“ im Bundesministerium für Finanzen statt, bei dem Dr. Lukas Greven und Dr. Barbara Richter für den VGD in der Jury saßen. Die Bundesstiftung Aufarbeitung hatte den Wettbewerb ermöglicht und aufwändig begleitet. Näheres siehe
An der Wettbewerbsrunde nahmen über 1.600 Jugendliche aus allen 16 Bundesländern teil. Vor Ort erhielten 36 Gruppen ihre Auszeichnung. Jurymitglied Barbara Richter: „Es war – wie immer – ziemlich aufregend, da die ersten und zweiten Plätze erst dort bekanntgegeben wurden.“ Die ersten Plätze gingen an „Geteilt – Vereint?! Ein Spiel über Begegnungen über Begegnungen seit dem Mauerfall“ (Josef-Annegarn-Sekundarschule, Ostbevern, NRW), „Zwei Städte – ein Herz, ein Film über einen deutsch-deutschen Austausch“ (Maria-Ward-Gymnasium, Augsburg, Bayern), und als 1. Preis an „Begegnungen, die Bleiben möglich machten – in Video-Podcast über vietnamesische Vertragsarbeiter in der DDR vor und nach 1989/90 (zwei Leistungskursschüler des Lise-Meitner-Gymnasiums, Falkensee, Brandenburg).
Foto (Barbara Richter, VGD): Preisträger aus Falkensee mit Katharina Hochmuth (BStA) und der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser.
Der Geschichtslehrerverband warnt vor einer „Marginalisierung“ des Fachs in Berlin
8. Juni 2026: Podiumsdiskussion an der Humboldt-Universität Berlin
8. Juni Berlin: Diskussion zum Stand des Geschichtsunterrichts, 2. von rechts Lea Honoré VGD, mittig Heike Schmoll FAZ; Foto freigegeben von: Michael G. Gromotka, www.lichtbildrausch.de
Fachdidaktikvertreter des VHD, Heike Schmoll von der FAZ und Lea Honoré vom VGD (Landesverband Berlin) bestritten eine Gesprächsrunde, die den Stellenwert des Faches diskutierte. Lea Honoré warnte vor einer Entwertung des Faches und brachte aus der Berliner Schulpraxis diverse Beispiele. Von VHD-Seite wurde auch besonders der Wegfall bzw. die Verkürzung der Pflichtmodule zu Alter Geschichte und Mittelalter betont. Ein TAGESSPIEGEL-Artikel griff dieses Problem aktiv auf und verdeutlichte die Aktualität „alter“ Geschichte. Wer die Wurzeln der Geschichte seines Landes nicht kenne, sei Plattitüden und Verdrehungen zur Geschichte hilflos ausgesetzt. Siehe:
17. Juni 1953 – in der „alten“ Bundesrepublik ein Gedenktag mit Feiertagstatus, auch um den Wunsch nach der Wiedervereinigung zu befestigen. Nach der Wiedervereinigung 1990 „wanderte“ dieser Feiertag, der Feiertagstatus ging auf den 3. Oktober über. Dennoch bleibt die Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953 eine wichtige Aufgabe, zumal auch hier die Zeitzeugenschar schwindet und Umdeutungsversuche zur DDR-Geschichte stattfinden.
Der VGD hat zusammen mit der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte hierzu Materialien bereitgestellt. Wer sich kurz per Video informieren möchte oder als Lehrkraft dieses Thema mit fertigem Unterrichtsmaterial straff behandeln möchte, wird hier fündig: https://schule.zdf.de/video/volksaufstand-in-der-ddr-der-17-juni-102
Im hessischen Amtsblatt werden in der Ausgabe 5.2026 Nachrichten verbreitet, die auf VGD-Initiativen beruhen. So wird ein besonderer Hinweis auf die Förderung von Exkursionen zu Erinnerungsorten/Orten der Demokratiegeschichte gegeben (S.48), außerdem der von VGD & VHD organisierte „Abiturpreis Geschichte“ den Schulen mit Abiturientinnen u. Abiturienten im Fach Geschichte angeboten (S.49). Siehe https://www.hessisches-amtsblatt.de/ , dort Ausgabe 5.2026 aufrufen. Jede Schule in Hessen erhält standardmäßig und monatlich ein Exemplar des Amtsblattes.
Die WELT AM SONNTAG benennt die Probleme und Wichtigkeit des Faches
Schaut man auf die Vorgänge in Berlin, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wird deutlich, wie wichtiger es ist, das Anliegen des Faches medial und öffentlich zu verbreiten.
Eine gute Nachricht: Der historycast als zentraler Podcast des VGD wird durch Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember in der Kooperation mit der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ fortgeführt.
In der fünften kurzen Staffel wird eine transnationale Perspektive mit vielfältigen Vernetzungen zur deutschen Demokratiegeschichte gewählt: Anhand von fünf Orten in vier Ländern werden in Gesprächen mit Historikern und Zeitzeugen Schlüsselelemente für die Entwicklung demokratischer Ideen identifiziert und vertieft. Beispielsweise stehen „Philadelphia 1776“ mit der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, der Ruf nach Freiheit in „Prag 1989“, der Salzmarsch des Mahatma Gandhi in „Sabarmati Ashram 1930“ mit seiner Idee der Gewaltlosigkeit, aber auch die deutsch-polnische Versöhnung im Gedenkort Krzyżowa/Kreisauoder die Reden Thomas Manns aus den „Pacific Palisades 1940-45“. Zu jeder Folge entstehen wieder passgenaue Unterrichtsmaterialien, die von erfahrenen Lehrkräften entwickelt werden. Dr. Helge Schröder, VGD-Verantwortlicher aus dem Bundesvorstand
Konzertierte Aktion – VGD, VHD und KGD gemeinsam für ein starkes und stabil verankertes Schulfach Geschichte
Die beiliegende Pressemitteilung zeigt die mittlerweile sehr enge Abstimmung der drei Fachverbände. Angesichts aktueller Kürzungs- oder Schwächungsabsichten in einigen Bundesländern erscheint dies auch dringend geboten!
Bei der Preisverleihung freute sich der VGD-Bundesvorsitzende Niko Lamprecht zusammen mit den glücklichen Gewinnern über gelungene Beiträge. Wer möchte, kann sich auf der Website des HISTORY AWARD die Videos nachträglich anschauen, siehe unten. Jurymitglied Niko Lamprecht: „Erfreulich war die Vielfalt der eingereichten Beiträge, der geleistete Aufwand – und eigentlich auch, dass diesmal eine 10. Realschulklasse die Nase vorn hatte.“ Oft sind bei Geschichtswettbewerben die Gymnasien ja vorne, hier nahmen aber auch andere Schulsysteme erfolgreich teil, siehe unten. (Fotos Gert Krautbauer/HISTORY Channel)
Verleihung des HISTORY-AWARD 2026
HISTORY-AWARD 2026 geht an Schülerinnen und Schüler aus Hildesheim
Schülerinnen und Schüler der Realschule Himmelsthür in Hildesheim gewinnen den HISTORY-AWARD 2026.
Sie setzten sich mit ihrem Beitrag „Unsere Entscheidung: Mensch sein“ beim Video-Wettbewerb des TV-Senders The HISTORY Channel gegen 33 andere Projekte aus acht deutschen und zwei österreichischen Bundesländern durch.
Das Thema des zum 14. Mal ausgeschriebenen Awards lautete „Sei ein Mensch!“. Die Schirmherrschaft hatten Marcel Reif und Melina Hoischen („Miss History“) übernommen.
Bei der heutigen Preisverleihung im Rahmen des DOK.fest München erhielten die Schülerinnen und Schüler den HISTORY-AWARD von Miss History, der Geschäftsführerin des HISTORY Channels Kathrin Palesch und von Nina Eichinger, der Moderatorin der Veranstaltung.
Schirmherr Marcel Reif in einer Video-Botschaft: „Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler machen deutlich: ‚Sei ein Mensch!‘ ist kein Satz aus der Vergangenheit, sondern ein Auftrag für heute.“
München, 12. Mai 2026 – Schülerinnen und Schüler der Realschule Himmelsthür in Hildesheim gewinnen den HISTORY-AWARD 2026. Mit ihrem fünfminütigen Beitrag „Unsere Entscheidung: Mensch sein“ über Menschlichkeit als bewusste Entscheidung für Solidarität, Respekt und Mitgefühl setzten sie sich beim Video-Wettbewerb des TV-Senders The HISTORY Channel gegen insgesamt 33 andere Projekte aus acht deutschen und zwei österreichischen Bundesländern durch. Das Thema des zum 14. Mal ausgeschriebenen Awards lautete „Sei ein Mensch!“ und rückte Menschlichkeit, Menschsein und Zusammenhalt in den Mittelpunkt.
Die aus dem niedersächsischen Hildesheim zur Preisverleihung im Rahmen des DOK.fest München angereisten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 wurden am heutigen Dienstag in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) von der Influencerin Melina Hoischen („Miss History“), die in diesem Jahr neben Marcel Reif die Schirmherrschaft übernommen hatte, sowie von der Moderatorin der Veranstaltung Nina Eichinger, von Kathrin Palesch, der Geschäftsführerin von Hearst Networks Germany, sowie weiteren Mitgliedern der HISTORY-AWARD-Jury Maya Reichert (DOK.education), Niko Lamprecht (Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.), Prof. Dr. Johannes Moser (LMU München), Florian Kraus (Stadt München), dem Journalisten und Medienunternehmer Helmut Markwort und dem Historiker Dr. Sascha Priester geehrt. Zu prominenten Gästen der Preisverleihung zählten auch Michaela May und Rainer Langhans.
„Die 24 Teilnehmenden der Abschlussklasse der Realschule Himmelsthür in Hildesheim sehen und verstehen ihre Schule als Ort des Zusammenwachsens. Das, was sie auch nach der Schule verbindet, ist größer als das, was sie unterscheidet: das Menschsein. Die Schülerinnen und Schüler haben sich bewusst dazu entschieden, Verschiedenheit zu akzeptieren und wertzuschätzen. Die kreative Umsetzung überzeugt: Scharfkantige schwarze Worte auf weißem Papier, kalte Backsteinmauern, düstere Chatverläufe, gestaltet in schwarz-weiß, voller Beispiele subtiler und offener Ausgrenzungen – brandaktuell. Aber der Plot entwickelt sich in eine andere Richtung. Im Laufe des Films werden daraus freundliche, bunte, wohlmeinende und verbindende Nachrichten. Herkunft, Alter, Religion und Geschlecht spielen für menschliches Verhalten keine Rolle. In den letzten Einstellungen am Ende des Beitrags fährt die Kamera die 24 Teilnehmenden ab. Sie stehen Hand in Hand – ein starkes Symbol!“, so Helmut Markwort über den Gewinnerbeitrag. Moderatorin Nina Eichinger ergänzt: „Es ist bewegend zu sehen, wie persönliche Geschichten hier mit dem Thema in Verbindung gebracht wurden. Der Film zeigt auf, wie wir alle im Kleinen einen Unterschied machen können.“
Das Thema des bereits zum 14. Mal vom HISTORY Channel ausgerichteten Awards knüpfte an die von Marcel Reif am 31. Januar 2024 im Deutschen Bundestag vermittelte Botschaft „Sei ein Mensch!“ an, mit der Reif bei einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus an Mitgefühl, Haltung und Verantwortungsbewusstsein appellierte. Im Rahmen des HISTORY-AWARD 2026 waren junge Menschen eingeladen, in eigenen Filmbeiträgen zu zeigen, was Menschlichkeit für sie bedeutet – im Alltag, in der Gemeinschaft und mit Blick auf Geschichte und Zukunft. 313 Schülerinnen und Schüler haben insgesamt 34 Filmprojekte für den HISTORY-AWARD 2026 ins Rennen geschickt. Mit den zahlreich eingereichten Arbeiten verzeichnete der HISTORY Channel in diesem Jahr eine besonders hohe Beteiligung.
„Wenn Jugendliche erkennen, dass sie selbst mit ihren Ideen, mit ihrem Mitgefühl oder eben auch mit Kreativität Geschichte schreiben können, dann entsteht Begeisterung. Und ich glaube, Motivation entsteht auch, wenn man merkt, meine Stimme zählt. Das ist beim HISTORY-AWARD der Fall. Die eingereichten Filme zeigen eindrucksvoll, dass junge Menschen Geschichte heute weitererzählen, hinterfragen und mit ihrer eigenen Perspektive mitgestalten“, so Schirmherrin Miss History zum diesjährigen Award.
Marcel Reif, der aus Termingründen nicht vor Ort sein konnte, unterstrich in einer Video-Botschaft die besondere Bedeutung des diesjährigen Mottos: „Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler machen deutlich: ‚Sei ein Mensch!‘ ist kein Satz aus der Vergangenheit, sondern ein Auftrag für heute – und sie geben darauf mutige, eigene Antworten. Mich hat tief beeindruckt, wie die Schülerinnen und Schüler das Thema aufgegriffen haben – persönlich, kreativ und mit einer Klarheit, die zeigt: Menschlichkeit beginnt im eigenen Handeln. In den Videos wird ‚Sei ein Mensch!‘ lebendig. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, nicht wegzusehen, sondern füreinander einzustehen.“
In die Top 3 des HISTORY-AWARD 2026 kamen neben den Hildesheimer Schülerinnen und Schülern auch Teams der Wilhelm-Leuschner-Schule Niestetal (Filmbeitrag „Häftling 1407 Stolperstein“, Platz 2) und der Mittelschule Kettenbrücke Innsbruck („WIR“, Platz 3).
Kathrin Palesch, Geschäftsführerin von Hearst Networks Germany, dankte bei der Veranstaltung in München allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des HISTORY-AWARD 2026 und würdigte ihre Arbeiten: „Beim HISTORY Channel ist es unser Anspruch, Geschichte immer wieder neu zugänglich zu machen. Die Projekte der Schülerinnen und Schüler zeigen eindrucksvoll, wie viel Kraft darin liegt, historische Themen aus eigenen Blickwinkeln zu erzählen und in die Gegenwart zu holen. Die Bandbreite der eingereichten Videos hat mich besonders beeindruckt: so viele unterschiedliche Ansätze, Ideen und Perspektiven – und alle mit großem Engagement und persönlichem Einsatz umgesetzt.“
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Video-Wettbewerbs wurden durch die Stimmen der Jury und durch ein Online-Voting ermittelt. Die Hildesheimer Schülerinnen und Schüler erhielten in München den HISTORY-AWARD in Form des Senderlogos überreicht. Zusätzlich waren die ersten drei Plätze mit von Vodafone gestifteten Preisgeldern dotiert.
Die Top 10 des HISTORY-AWARD 2026 zum Thema „Sei ein Mensch!“:
Der HISTORY-AWARD wird seit 2005 unter einem wechselnden Motto ausgeschrieben. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schularten sind dazu eingeladen, sich mit dem vorgegebenen Thema in unterschiedlicher Art und Weise auseinanderzusetzen. Wichtig ist eine erkennbar innovative, kreative und/oder analytische Herangehensweise an einen Aspekt, der mit dem Award-Thema in Zusammenhang steht. Das gewählte Thema soll daraufhin filmisch umgesetzt werden. Das zentrale Ziel des HISTORY-AWARD ist die Anerkennung von aktiver und kreativer Auseinandersetzung mit einem geschichtlichen und gesellschaftlichen Thema in Form eines Videobeitrags.
Nina Eichinger, die dem HISTORY-AWARD seit Jahren verbunden ist, verstärkte in diesem Jahr neben ihrer Rolle als Moderatorin der Preisverleihung die hochkarätig besetzte Jury des Wettbewerbs. Diese setzt sich aus unterschiedlichen Expertinnen und Experten zusammen, neben Nina Eichinger sind dies Maya Reichert (DOK.fest und DOK.education), Prof. Dr. Eva Stadler (Hochschule der Medien Stuttgart), Kathrin Palesch, Sanna Stibitz (beide Hearst Networks Germany), Niko Lamprecht (Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.), Prof. Dr. Johannes Moser (LMU München), der Leiter des Referats für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München Florian Kraus, der Journalist und Medienunternehmer Helmut Markwort sowie der Historiker und Autor Dr. Sascha Priester.
Pressemitteilung: HISTORY-AWARD 2026: Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Österreich wetteifern um den ersten Platz – Online-Voting gestartet
hohe Beteiligung am HISTORY-AWARD 2026: 313 Schülerinnen und Schüler aus acht Bundesländern Deutschlands sowie aus zwei Bundesländern Österreichs setzen sich in insgesamt 34 Projekten filmisch mit dem Thema „Sei ein Mensch!“ auseinander. Nun startete das Online-Voting des vom HISTORY Channel ausgeschriebenen Videowettbewerbs. Details entnehmen Sie bitte der untenstehenden Pressemitteilung, die wir am Ende dieser Mail auch zum Download bereitgestellt haben. Dort finden Sie auch Bildmaterial.
Pressemitteilung
HISTORY-AWARD 2026: Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Österreich wetteifern um den ersten Platz – Online-Voting gestartet
Hohe Beteiligung am HISTORY-AWARD 2026: 313 Schülerinnen und Schüler aus acht Bundesländern Deutschlands sowie aus zwei Bundesländern Österreichs setzen sich in insgesamt 34 Projekten filmisch mit dem Thema „Sei ein Mensch!“ auseinander.
Die Gewinnerinnen und Gewinner des vom HISTORY Channel ausgeschriebenen Video-Wettbewerbs werden durch ein Online-Voting und die Stimmen einer Experten-Jury ermittelt.
Bis zum 5. April kann unter www.history-award.de für die Beiträge abgestimmt werden. Zu gewinnen gibt es eine GoPro Hero13.
Preisverleihung, moderiert von Nina Eichinger, am Dienstag, 12. Mai, im Rahmen des DOK.fest München
München, 12. März 2026 – 313 Schülerinnen und Schüler aus acht Bundesländern Deutschlands sowie aus zwei Bundesländern Österreichs haben insgesamt 34 Filmprojekte für den HISTORY-AWARD 2026 ins Rennen geschickt. Das Thema des bereits zum 14. Mal ausgerichteten Awards rückt Menschlichkeit, Menschsein und Zusammenhalt in den Fokus und knüpft an die von Marcel Reif am 31. Januar 2024 im Deutschen Bundestag vermittelte Botschaft „Sei ein Mensch!“ an, mit der Reif bei einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus an Mitgefühl, Haltung und Verantwortungsbewusstsein appellierte. Im Rahmen des HISTORY-AWARD 2026 waren junge Menschen eingeladen, in eigenen Filmbeiträgen zu zeigen, was Menschlichkeit für sie bedeutet – im Alltag, in der Gemeinschaft und im Blick in die Geschichte und auf die Zukunft. Mit den zahlreich eingereichten Arbeiten verzeichnete der HISTORY Channel in diesem Jahr eine besonders hohe Beteiligung.
Die Schirmherrschaft des HISTORY-AWARD 2026 haben Marcel Reif und die Influencerin Melina Hoischen („Miss History“) übernommen.
Soeben startete auf www.history-award.de das Online-Voting. Bis zum 5. April ist es dort möglich, die Beiträge der Schülerinnen und Schüler anzusehen und für sie abzustimmen. Unter allen Voting-Teilnehmern verlost The HISTORY Channel eine GoPro Hero13 Black Edition.
Am Dienstag, 12. Mai 2026, lädt The HISTORY Channel die Gewinnerinnen und Gewinner des HISTORY-AWARDS 2026 nach München ein. Dort erhalten sie den Preis im Rahmen der Preisverleihung in Form des Senderlogos. Zusätzlich sind die ersten drei Plätze mit von Vodafone gestifteten Preisgeldern dotiert. Das Event findet im Rahmen des DOK.fest München, Deutschlands größtem Dokumentarfilmfestival, in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) statt und wird von Nina Eichinger moderiert.
Der Videowettbewerb wird unterstützt von GigaTV, dem TV-Angebot von Vodafone, dem Bildungs-portal DOK.education, dem Jugendmagazin web and school sowie dem Bayerischen Jugendring (BJR) und wird empfohlen vom Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V. (VGD).
Nina Eichinger, die dem HISTORY-AWARD seit Jahren verbunden ist, verstärkt neben ihrer Rolle als Moderatorin der Preisverleihung die hochkarätig besetzte Jury des Wettbewerbs. Diese setzt sich aus unterschiedlichen Expertinnen und Experten zusammen, neben Nina Eichinger sind dies Maya Reichert (DOK.fest und DOK.education), Prof. Dr. Eva Stadler (Hochschule der Medien Stuttgart), Kathrin Palesch, Sanna Stibitz (beide Hearst Networks Germany), Niko Lamprecht (Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.), Prof. Dr. Johannes Moser (LMU München), der Leiter des Referats für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München Florian Kraus, der Journalist und Medienunternehmer Helmut Markwort sowie der Historiker und Autor Dr. Sascha Priester.
Übersicht der teilnehmenden Schülergruppen und Projekte:
„Die Schmetterlinge des Gottfried Kirchbichler“, Volksschule Absam-Dorf (Österreich)
„Feliz Navidad“, John-F.-Kennedy-Schule Bad Vilbel
„Ein Mensch sein“, Fünf-Täler-Schule Bad Wildbad-Calmbach
„Feminismus“, Fünf-Täler-Schule Bad Wildbad-Calmbach
„Was bedeutet es, Mensch zu sein?“, Fünf-Täler-Schule Bad Wildbad-Calmbach
„Weihnachtsfrieden“, Fünf-Täler-Schule Bad Wildbad-Calmbach
„Sei ein Mensch“, Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen
„Sei ein Mensch“, Gymnasium Remigianum Borken
„Die Suche nach der Menschlichkeit“, Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt
Der HISTORY-AWARD wird seit 2005 unter einem wechselnden Motto ausgeschrieben. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schularten sind dazu eingeladen, sich mit dem vorgegebenen Thema in unterschiedlicher Art und Weise auseinanderzusetzen. Wichtig ist eine erkennbar innovative, kreative und/oder analytische Herangehensweise an einen Aspekt, der mit dem Award-Thema in Zusammenhang steht. Das gewählte Thema soll daraufhin filmisch umgesetzt werden. Dabei ist es egal, ob mit einer hochwertigen Kamera oder einfach dem Smartphone gefilmt wird. Das zentrale Ziel des HISTORY-AWARD ist die Anerkennung von aktiver und kreativer Auseinandersetzung mit einem geschichtlichen und gesellschaftlichen Thema in Form eines Videobeitrags. Zu prominenten Schirmherrinnen und Schirmherren des HISTORY-AWARDs der vergangenen Jahre gehörten bereits Ralph Caspers, Hans-Dietrich Genscher, Charlotte Knobloch, Dr. Auma Obama, Wladimir Kaminer, Cosma Shiva und Eva-Maria Hagen, Wigald Boning und Collien Fernandes.
Sitz: München | HRA München 84779 | pers. haft. Ges.: The History Channel (Germany) Holdings GmbH Sitz: München | HRB München 152421 | Geschäftsführerin: Kathrin Palesch
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Bildmotiv: Plakatmotiv zum HISTORY-AWARD 2026 (Copyright: The HISTORY Channel) History-Award_2026.jpg
Bildmotiv: Marcel Reif (Foto) und Melina Hoischen („Miss History“) haben die Schirmherrschaft des HISTORY-AWARD 2026 übernommen (Copyright: Marcel Reif). Portrait_Marcel_Reif-1.jpg
Bildmotiv: Marcel Reif und Melina Hoischen („Miss History“, Foto) haben die Schirmherrschaft des HISTORY-AWARD 2026 übernommen (Copyright: Melina Hoischen). Miss_History_1.jpg
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Die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte hat mit der Jewish Claims Conference zusammen sehr alte Holocaustüberlebende vor die Kamera gebracht und letzte Zeugnisse noch lebender Zeitzeugen aufgenommen. Die VGD-Arbeitsgruppe hierzu hat Materialien zu vielen dieser Zeitzeugen erstellt, die jederzeit im Unterricht eingesetzt werden können.
Ein Portal des hessischen Kultusministeriums empfiehlt diese Materialien nun explizit für den Unterricht, siehe den untenstehenden Link.
Niko Lamprecht (VGD-Bundesvorsitzender): „Angesichts zunehmender oft problematischer Haltungen und Handlungen gegenüber jüdischen Mitmenschen ist es wichtiger denn je, hier zu informieren und die damals äußerst realen Folgen antisemitischer Haltungen zu thematisieren. Heutige Jugendliche tragen hier keinerlei Schuld, müssen aber zu ihrer Orientierung wenigstens grundlegende Kenntnisse zu Holocaust und Nationalsozialismus vermittelt bekommen. Man denke an folgendes Zitat: ´Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.` (G. Santayana)“
2025 wurde der Gedenk- und Erinnerungstag im Rahmen seiner 80. Wiederkehr größer begangen und diskutiert. Ein Jahr danach bleibt die Feststellung, dass sich an der Bedeutung dieses Tages und der Erinnerungsarbeit nichts geändert hat. Nur gibt es mittlerweile zunehmend Deutungskämpfe bzw. Umdeutungen, bei denen Fakten auf der Strecke bleiben können. Umso wichtiger ist ein werthaltiger, stattfindender und fest verankerter Geschichtsunterricht!
Gemeinsame Stellungnahme von VGD und VHD zum 80. Jahrestag der Befreiung 2025
Der 80. Jahrestag der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nationalsozialismus ist untrennbar verbunden mit der kritischen Erinnerung an die Kapitulation des Deutschen Reiches und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Aber die Zeitzeugen sterben, die kollektive Erinnerung verblasst, der Antisemitismus nimmt zu. Relativierung, Verharmlosung und Leugnung von NS-Verbrechen halten dieser Tage immer öfter Einzug in deutsche Klassenzimmer.
Die Vorsitzenden des deutschen Verbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer (VGD) und des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) sehen dringenden Handlungsbedarf, um auch in der Zukunft das Wissen um diese Voraussetzungen unserer Demokratie in unserer Gesellschaft lebendig zu erhalten.
„Den Krieg hat doch Polen provoziert.“ – „Hitler und Stalin haben sich verstanden, die waren doch Sozialisten.“ – „Die Juden waren doch irgendwie mitschuldig.“ Solche und ähnliche Falschaussagen hört man in deutschen Klassenzimmern dieser Tage. Sie werden bedrohlich angesichts immer größerer Wissenslücken oder einer wachsenden Ablehnung junger Menschen, wenn es um die Bearbeitung der NS-Zeit und des Holocausts geht. Oft spielen dabei familiär-kulturelle Bindungen oder rechte Haltungen eine Rolle. Dazu ertönt auch politisch der Ruf, „es jetzt einmal gut sein zu lassen“ mit der NS-Zeit.
Leugnung oder Verharmlosung des Judenmords und Antisemitismus haben nach dem
7. Oktober 2023 nicht nur an Schulorten mit stark migrantischer Prägung Gehör und Zustimmung gefunden. Gleichgültigkeit, Unwissen sowie Fake News bei diesem Themenbereich sind der ideale Nährboden. Man glaubt Lehrkräften nicht mehr, historische Fakten oder mühsam zu erarbeitende Quellen zählen nicht – Blogger, Videos diverser zweifel- oder unzweifelhaft rechter Akteure übernehmen für viele Jugendliche mit ihren einfachen Botschaften und Bildern die Deutungshoheit.
Demokratiebildung in Deutschland kommt nicht ohne Kenntnis der NS-Zeit, des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen aus. Wir haben mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik ein Dokument vorliegen, in dem schon mit Artikel 1 die „Väter“ und „Mütter“ der Verfassung deutlich gemacht haben, dass sie Lehren aus der damals nahen und dunklen Vergangenheit ziehen wollten. Unsere Demokratie fußt auf der Verarbeitung dieser Vergangenheit und der Übernahme historischer Verantwortung. Die Wiederkehr von Diktatur, Angriffskrieg und Holocaust sollten 1949 verhindert werden. Und dieses Ziel ist auch heute noch aktuell.
Unsere Demokratie steht heute, 80 Jahre danach, wieder vor der Herausforderung, wie Geschichtskultur und kollektive Erinnerung dieser Aufgabe gerecht werden. Das betrifft nicht nur unsere Hochschulen und Schulen – und ist sicherlich nicht allein dort zu lösen. Aber gerade an Schulen besteht dringender Handlungsbedarf. Das hat auch die Kultusministerkonferenz erkannt. Deren Ständige Wissenschaftliche Kommission hat 2024 die Empfehlung formuliert, dass Demokratiebildung weit über die Fächer Geschichte oder Politik/Sozialkunde hinausgehen müsse. Zudem seien auch diese Fächer unbedingt zu stärken – und nicht gegeneinander ausspielbar.
Was schlagen VHD und VGD e.V. konkret vor?
Guten Unterricht: Wir müssen sicherstellen, dass Geschichte an Schulen ab 5. (oder 7.) Klasse durchgehend, zeitlich ausreichend und fachgebunden (nicht als „Verbundfach“) erteilt wird. Die Qualität des Unterrichts beginnt mit der angemessenen Fachausbildung der Lehrkräfte: es geht zentral darum, kritische Urteilsbildung und Bewertungskompetenz im Umgang mit Behauptungen über Schlüsselereignisse unserer Geschichte zu vermitteln.
Neue Wege: Wir brauchen neue Wege der Erinnerungskultur für Jugendliche. Die letzten Zeitzeugen sterben und wir sind gezwungen Alternativen zu entwickeln: Zum Beispiel mit sogenannten Zweitzeugen, den Nachkommen etwa von Nazi-Funktionen oder Holocaust- Opfern, die an Schulen gehen und deren Besuche staatlich gefördert werden. Gleichfalls brauchen wir digitale Zeugnisse von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen oder andere anschauliche Dokumentationen der kritischen Ereignisse, die mit Unterrichtsmaterial unterfüttert werden.
Erinnerungsorte aufwerten: Wir brauchen endlich Rückenwind – aber keine Pflicht – für Gedenkstättenbesuche oder historische Exkursionen. Wir appellieren an die neue Bundesregierung mit ihrem Koalitionsvertrag Ernst zu machen und durch konkrete Angebote und Maßnahmen, wie vereinbart, solche Besuche verstärkt zu ermöglichen. Die vielen Hindernisse für Genehmigungen und Organisation müssen beseitigt, eine einfachere finanzielle Unterstützung (Gutscheinsystem) organisiert werden. Dies würde die Besuche und den Kontakt mit der real sichtbaren Geschichte erleichtern.
Handlungssicherheit und Sprechfähigkeit gegenüber populistischen und rechtsextremen Äußerungen stärken: Sowohl in der Gesellschaft als auch an Hochschulen und Schulen werden wir immer häufiger mit „Stammtischparolen“ und tendenziösen Äußerungen konfrontiert. Dem sehen sich insbesondere auch Lehrkräfte in Bildungseinrichtungen ausgesetzt. Um adäquat reagieren und argumentativ begegnen zu können, sind gezielte Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen notwendig, aber auch eine klare Rückendeckung im Konfliktfall.
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung Europas und Deutschlands vom Faschismus wird Erinnerung zu einer großen Anstrengung. Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen!
Der VGD hat mit seiner AG Medien zahlreiche Geschichtsformate auf „ZDF goes Schule“ didaktisiert – nun werden Vorschläge für herausragende Lehrkräfte in diesem Bereich von „Medien u. Demokratie“ gesucht.
Der Deutsche Lehrkräftepreis wird in dieser Wettbewerbsrunde auch einen Sonderpreis „Medien und Demokratie“ vergeben – zusammen mit dem neuen Förderpartner „ZDF goes Schule“, der Bildungsinitiative des ZDF. Damit soll die Bedeutung von Medienbildung und demokratischer Kompetenz im Schulkontext gezielt gestärkt werden. Ausgezeichnet werden Lehrkräfte für schulische Projekte, die die Meinungs-, Medien- und Demokratiebildungskompetenz fördern. Diese sollen junge Menschen befähigen, sich faktenorientiert zu informieren, kritisch zu hinterfragen, reflektiert zu urteilen, Haltung zu entwickeln und Verantwortung für sich selbst, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu übernehmen. Demokratie soll als aktive Gestaltungsaufgabe in Schule und Unterricht erlebbar gemacht werden.
Bis zum 30. Juni 2026 können Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge 2025/2026, Lehrkräfte-Teams und Kollegien Vorschläge und Bewerbungen unter www.lehrkraeftepreis.de einreichen.
Der „Deutsche Lehrkräftepreis“ wird vom Deutschen Philologenverband (DPhV) und der Heraeus Bildungsstiftung veranstaltet und nun in vier Kategorien vergeben: In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ werden besonders engagierte und geschätzte Lehrkräfte gesucht, die sich für ein verantwortungsvolles Miteinander in der Schule einsetzen. Für die Kategorie „Unterricht innovativ“ des Wettbewerbs können Lehrkräfte aus dem Sekundarbereich deutscher Schulen (auch im Ausland) ihre zukunftsweisenden Unterrichtsvorhaben einreichen. Die Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ bietet Kollegien aller Schularten die Möglichkeit, ihre engagierten Schulleitungen zu nominieren. In der Kategorie „Starke Grundschule“ können sich Grundschullehrkräfte mit ihren Unterrichtskonzepten und Lehr- und Lernvorhaben bewerben. Darüber hinaus werden zwei Sonderpreise vergeben: Neben dem neuen Sonderpreis „Medien und Demokratie“ lobt der Cornelsen Verlag den Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“ aus. Bei allen Einreichungen gibt es keine fachliche Beschränkung und sie sind aus allen allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland sowie deutschen Auslandsschulen willkommen.
Über die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet nach einer intensiven Gutachterphase eine hochkarätig besetzte Jury. Die Preisgelder sind zweckgebunden und sollen für Projekte im Unterricht verwendet werden, dazu gehört auch ein jährliches Exzellenzcamp sowie ein Alumni-Netzwerk. Förderpartner der Wettbewerbsrunde 2026 sind der Cornelsen Verlag, die Schöpflin Stiftung und ZDF goes Schule. Schirmherrin ist Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
die Geschichte der Teilung und Einheit Deutschlands und die Funktionsweisen von Diktaturen für junge Menschen greifbar zu machen, bleibt eine zentrale Herausforderung schulischer und politischer Bildung. Gerade abstrakte Begriffe wie Macht, Kontrolle oder fehlende Freiheit erschließen sich oft erst dann, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Zugänge entwickeln können.
Warum sind die Menschen am 17. Juni 1953 auf die Straße gegangen und haben protestiert? Was führte zum Mauerbau vor genau 65 Jahren am 13. August 1961 und mit welchen Folgen war die Teilung verbunden?
Interaktive Formate, die zum Mitdenken, Ausprobieren und Reflektieren anregen, bieten besondere Chancen zum Verständnis. In diesem Newsletter stellen wir Ihnen entsprechende Angebote vor und geben Impulse, wie Sie Ihren Unterricht im neuen Schuljahr lebendig gestalten können.
Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters. Ihr Team Schulische Bildung
Veranstaltung in Bonn zum Tag der Demokratiegeschichte
Fotos: v.d.Heyde (ZDF, freigegeben) und Herms (HdG, freigegeben)
Kein gesetzlicher Feiertag, aber ein Tag zum positivem Erinnern. Niko Lamprecht war aus diesem Anlass am 18.3. in Bonn, um für den VGD bei einer Veranstaltung im Haus der Geschichte (HdG) mitzuwirken, bei der das HdG, das ZDF und die Initiative „Orte der Demokratiegeschichte“ zusammenwirkten. Der mit dem Thema verbundene und dort in Auszügen wieder gezeigte ZDF-Film „Stationen der Freiheit“ wurde für die von ca. 170 Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften besuchte Veranstaltung als Header benutzt und mit Videoauszügen zu Demokratieorten (z.B. Hambacher Schloss) verknüpft. Bezugspunkt: Bundespräsident Steinmeier forcierte die Begründung eines „Tags der Demokratiegeschichte“, der an verschiedene Knotenpunkte der Geschichte erinnert (s. https://tag-der-demokratie-geschichte.de/#ueber ) und 2026 wieder an vielen Orten Veranstaltungen anbot. Zusammen mit der Stiftung „Orte der Demokratiegeschichte“ möchte Steinmeier seit 2021 den positiv erinnernden Blick auf die Geschichte unserer Demokratie fördern. Diese Demokratie wurde – nach dem Versuch von 1848 – bekanntlich 1918/19 mühsam erkämpft, 1933 verloren und erst 1948/49 (im Westteil Deutschlands, insgesamt erst 1989/90) wieder erlangt. Trotz aller möglichen Kritikpunkte zu aktuellen Entwicklungen bleibt die Feststellung, dass die Bundesrepublik seit 1948/49 ein Leben in Freiheit und relativer Sicherheit gewährt.
Die Nachmittagsveranstaltung wurde von Mirko Drotschmann („MrWissen2go“) moderiert, der zuvor für etliche Selfies herhalten musste. Bei der Veranstaltung selbst wirkten als Impulsgeber Stefan Brauburger (Leiter Redaktion Zeitgeschichte beim ZDF), David Barth (Stiftung Orte der Demokratiegeschichte) und Niko Lamprecht mit. Letzterer erläuterte die Lehrkraftperspektive auf Exkursionen und Erinnerungsorte, die „als Sahnehäubchen“ und wichtige Unterrichtsergänzung anzusehen seien, aber durchaus Organisationsaufwand und manchmal Frustrationserlebnisse (aufgrund von Nichtgenehmigungen, Geldmangel o.ä.) bedeuten. Der VGD wünscht sich hier eine Bürokratieentlastung und ein einheitliches Fördersystem, damit Schulen proaktiv ein Budget erhalten, aus dem dann – ohne viele Anträge, Finanzengpässe etc. – gewollte Gedenkstättenbesuche oder historisch-politische Exkursionen bedient werden können. Die Schülerschaft rief er auf, dem Thema Demokratiegeschichte Aufmerksamkeit zu widmen: „Ihr seid die Zukunft in unsicheren Zeiten, nutzt geschichtliche Orte dieser Art, überprüft Eure eigene Verortung und den Wert von Demokratie!“ Markus Rindt wiederum trat als Zeitzeuge der DDR-Wendezeit auf und konnte authentisch von seiner Flucht aus der DDR über die Prager Botschaft im Oktober 1989 berichten: „Ich wollte nur Freiheit, alles andere war mir egal“.
Dem Haus der Geschichte ist für seine Gastfreundlichkeit sehr zu danken!