Schleswig-Holstein: Keine Streichung von Stunden in Geschichte / Eingangsstufe!

Die vom VGD vehement kritisierte Streichung in der E-Phase wurde vom Ministerium mit beiliegender Erklärung zurückgenommen. Wir begrüßen diese Einsicht. – Der Verband hat auch auf vielen Wegen gegen die Kürzungspläne argumentiert und protestiert, wir danken allen unterstützenden Kräften und dem Landesverband mit Annabel Wohlfahrt für den Einsatz. Niko Lamprecht als Bundesvorsitzender: „Wir begrüßen die Einsicht des Ministeriums, hoffen aber für andere Bundesländer sehr, dass die Verbandsbeteiligung und ergiebige Anhörung von Argumenten stattfindet, bevor solche Kürzungspläne im Bereich eines Faches mit demokratieförderndem Anspruch veröffentlicht werden.“

Nun hoffen wir auch auf eine Einsicht in Niedersachsen (wir berichteten).


Mit einem neuen Maßnahmenpaket „Stark von Anfang an: Mit bester Bildung und Betreuung“ will Schleswig-Holstein die Unterrichtsversorgung an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien deutlich verbessern. Rund 20 Millionen Euro sollen ab dem Schuljahr 2026/27 in zusätzliche Lehrkräftestellen und die Gründung eines landesweiten „Azubiwerkes“ fließen.

Kern des Pakets ist die Aufstockung um 254 zusätzliche Lehrkräfte, davon 200 für die Sekundarstufe I, wodurch die Unterrichtsversorgung an allen weiterführenden Schulen auf 103 Prozent steigen soll. Diese Reserve für Vertretungsunterricht soll den Unterrichtsausfall in der Mittelstufe spürbar reduzieren und zugleich mehr gezielte Förderung, etwa Doppelbelegungen im Unterricht oder zusätzliche Angebote zur Abschlussvorbereitung, ermöglichen. Alle Schulen sollen künftig über ein verbindliches Vertretungskonzept verfügen.

Bemerkenswert aus fachdidaktischer Perspektive ist, dass die Oberstufenverordnung der elften Jahrgangsstufe unverändert bleibt. Nach der Verbändeanhörung hält das Bildungsministerium an der bisherigen Stundenzahl der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer Geschichte, Religion/Philosophie sowie der weiteren Fremdsprache fest und verweist damit ausdrücklich auf die Bedeutung dieser Fächer in „gesellschaftlich herausfordernden Zeiten“. Für Geschichtslehrkräfte ist dies ein wichtiges bildungspolitisches Signal für die Stabilität ihres Faches in der gymnasialen Oberstufe.

Mit dem geplanten „Azubiwerk“ setzt das Land zudem ein Zeichen für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung. Das neue Angebot soll Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum, finanzielle Unterstützung und Beratungsangebote sichern; dafür sind jährlich sieben Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Berufsschülerinnen und -schüler spürbar zu verbessern und die berufliche Bildung im Wettbewerb mit dem Studium zu stärken.