Der Verband der Geschichtslehrkräfte Schleswig-Holstein (VGD SH) nimmt Stellung zur geplanten Änderung der Oberstufenverordnung (OAPVO) und wendet sich gegen die vorgesehene Kürzung des Geschichtsunterrichts. Die Stellungnahme betont die zentrale Rolle des Faches Geschichte für historische Orientierung, demokratische Urteilsbildung und die Fähigkeit, Desinformation kritisch zu begegnen. Kritisiert werden insbesondere die einseitige Verschiebung zugunsten politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Deutungsmuster sowie die organisatorischen und qualitativen Folgen für Unterricht, Prüfungsvorbereitung und Lehramtsausbildung. Der VGD SH appelliert an das Ministerium, die Kürzungspläne zu revidieren und die gesellschaftswissenschaftliche Bildung in ihrer Vielfalt zu stärken.
Kürzungsrunde im nordischen Gleichschritt? Widerspruch zur Gesamtlinie der SWK (bzw. zur intendierten Stärkung der Demokratiebildung)
In Niedersachsen hat der Landesverband des VGD umfängliche Einwände gegen geplante Veränderungen in der Oberstufe, die dem Fach Geschichte und der Demokratiebildung schaden: Presseerklärung des NGLV zur Oberstufenreform, 26.1.2026 – NGLV
In Schleswig-Holstein gibt es leider auch eine massive Verschlechterung: Geplant ist eine einstündige Oberstufe im E-Jahrgang. Wie das umgesetzt wird, ist noch unklar und den Schulen überlassen. Es könnte vielleicht sein, dass dann ein
Halbjahr Geschichte unterrichtet wird und ein Halbjahr nicht. Die Folgen kann selbst ein Laie schnell vermuten, fraglich ist, wie der Anschluss für die Themen der Q-Phase geschaffen werden soll – es sei denn, man geht von thematischer Beliebigkeit aus und gibt Tiefenschärfe u. Chronologie auf.
Der Landesverband des VGD hatte bis Anfang Dezember die Möglichkeit, eine Stellungnahme hierzu an das Ministerium zu schicken (s. Anhang).
Zudem haben Kollegen des Gymnasiums Heide-Nord eine Petition im Landtag eingereicht, um die Stundenkürzung zu verhindern:
Die SWK mit ihrer Stellungnahme „Demokratiebildung“ und einer aufwändigen Präsentation inkl. Auftritt von Ministerin Prien im Mai 2025 in Berlin hatte die Stärkung der Fächer Geschichte und Politik gefordert – und keinesfalls Kürzungen oder ein Ausspielen beider Fächer im Sinn, s. Fachtagung: Demokratiebildung an Schulen – Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.
Dort waren sich alle Beteiligten einig, dass eine „Schaukelpolitik“ (Kürzung in Geschichte kommt Politik zugute oder andersherum) grundfalsch wäre. Genau dies scheint jetzt aber hier vorzuliegen. (Niko Lamprecht, Bundesvorsitzender)


