Senatorin nimmt für Berlin geplante Streichung der Oberstufen-Belegpflicht zur DDR-Geschichte zurück
Stellungnahme Landesverband Berlin Der VGD-Landesverband Berlin hat mit Unterstützung durch den Bundesvorsitzenden im Nachgang zur Debatte um den Stellenwert der DDR-Geschichte an Berliner Oberstufen eine weitere Stellungnahme geschrieben. Wir hoffen künftig auf stärkeren Einbezug vor etwaigen Umstellungen im Fach Geschichte.
Offener Brief zum Thema Geschichte in der Oberstufe in Berlin VGD und BStA haben zusammen ein Schreiben formuliert, mit dem sie eindringlich den verbindlichen Erhalt demokratiegeschichtlich wichtiger Inhalte bzw. Belegpflichten fordern. Den Wortlaut findet man hier:
Großer Erfolg des VGD: Senatorin nimmt für Berlin geplante Streichung der Oberstufen-Belegpflicht zur DDR-Geschichte zurück
Einen besonderen Erfolg hatte der von BStA, VGD-Bundes- und VGD-Landesverband unterschriebene „Offene Brief“ an die Berliner Bildungssenatorin. Nach sehr umfänglicher Berichterstattung in den Medien (s.u.), die dem Berliner Senat u.a. „Geschichtsvergessenheit“ (FAZ) vorwarfen, lenkte Senatorin Günther-Wünsch nach kurzer Zeit (am 16.1.26) ein. Die Kernthemen NS-Zeit und DDR-Geschichte bleiben mit zwei Kurshalbjahren Pflichtstoff in der Oberstufe! Mit dem gesamten Tableau zur Oberstufe (und der Gesamtsituation des Faches in Berlin) ist der VGD Berlin nach wie vor nicht zufrieden, aber so habe man wenigstens einen „Minimalkonsens“ (Lea Honoré, Landesvorsitzende) zur Oberstufe erreicht. Der Bundesvorsitzende Niko Lamprecht wertet das Einlenken des Senats als sehr gutes Zeichen: „Wir müssen unsere Anliegen engagiert einbringen und gut flankieren – mit beharrlicher Argumentation und Herzblut kann man doch Dinge bewegen. Im rbb-Radiobeitrag vom 16.1.26 wurde dies sogar mit dem alten Spruch „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ kommentiert – jedenfalls ist dem Berliner Landesverband und der Bundesstiftung Aufarbeitung mit Frau Dr. Kaminsky sehr für diese konzertierte Aktion zu danken. – Wir werben nun bei Lehrkräften für das Fach Geschichte um weitere Unterstützung des Verbandes – treten Sie bei, stärken Sie unsere Anliegen.„ – Unter den Medienlinks findet man das Statement der Senatsverwaltung vom 16.1.26.
Zugang zum „Offenen Brief“: Demokratiegeschichte in der Oberstufe – Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.
Interviews mit Niko Lamprecht:
https://www.zeit.de/wissen/2026-01/niko-lamprecht-bildungssenatorin-ddr-geschicht-bildung-lehrplan
https://www.mdr.de/mdr-aktuell-nachrichtenradio/audio/audio-3142878.html
Interview mit Lea Honoré:
Medienstimmen zum Thema:
Zum Einlenken des Senats am 16.1.26:
Berichte vom 14. – 16.1.2026:
Kommentar von Heike Schmoll: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/masslose-geschichtsvergessenheit-110818981.html
Berlin: DDR kein Pflichtstoff mehr im Geschichtsunterricht – Lehrer sauer
Statement der Senatsverwaltung vom 16.1.26:
„Berlin ist als ehemals geteilte Stadt in besonderer Weise mit der Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung verbunden. Die Vermittlung dieser historischen Zusammenhänge ist ein fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts und wird auch weiterhin im neuen Rahmenlehrplan berücksichtigt.
Vor diesem Hintergrund hat die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch, den offenen Brief zur geplanten Ausgestaltung der Belegverpflichtung im Fach Geschichte in der gymnasialen Oberstufe, zur Kenntnis genommen. Die darin angesprochenen Punkte wurden zum Anlass genommen, die vorgesehenen Regelungen gemeinsam mit der Fachpraxis einzuordnen und ihre Umsetzung zu präzisieren.
In einem fachlichen Austausch am heutigen Tag verständigten sich Senatorin Günther-Wünsch und die Vorsitzende des Berliner Landesverbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer auf eine Konkretisierung der Belegverpflichtung unter Berücksichtigung rechtlicher wie schulorganisatorischer Rahmenbedingungen.
Es gilt, dass alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend die Kurshalbjahre Q2 (Weimarer Republik und Nationalsozialismus) sowie Q3 (Welt nach 1945) belegen. Damit bleibt die Behandlung zentraler Kapitel der deutschen Geschichte, einschließlich der Zeit nach 1945 und somit der deutschen Teilung, verbindlicher Bestandteil des Geschichtsunterrichts in der gymnasialen Oberstufe.
In Kursen, in denen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Belegdauer (zwei oder vier Semester) gemeinsam unterrichtet werden, wird die zeitliche Zuordnung der Inhalte des neuen Rahmenlehrplans Geschichte flexibler gestaltet. Konkret bedeutet dies: Im ersten Jahr der Qualifikationsphase werden die Themen der Kurshalbjahre Q2 und Q3 behandelt. Im zweiten Jahr folgen die Inhalte der Kurshalbjahre Q1 (Umbrüche und Revolutionen) sowie Q4 (Erinnern und Gedenken).
Die Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VO-OG) wird entsprechend präzisiert.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Klesmann“


