Veranstaltung in Bonn zum Tag der Demokratiegeschichte

Kein gesetzlicher Feiertag, aber ein Tag zum positivem Erinnern. Niko Lamprecht war aus diesem Anlass am 18.3. in Bonn, um für den VGD bei einer Veranstaltung im Haus der Geschichte (HdG) mitzuwirken, bei der das HdG, das ZDF und die Initiative „Orte der Demokratiegeschichte“ zusammenwirkten. Der mit dem Thema verbundene und dort in Auszügen wieder gezeigte ZDF-Film „Stationen der Freiheit“ wurde für die von ca. 170 Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften besuchte Veranstaltung als Header benutzt und mit Videoauszügen zu Demokratieorten (z.B. Hambacher Schloss) verknüpft. Bezugspunkt: Bundespräsident Steinmeier forcierte die Begründung eines „Tags der Demokratiegeschichte“, der an verschiedene Knotenpunkte der Geschichte erinnert (s. https://tag-der-demokratie-geschichte.de/#ueber ) und 2026 wieder an vielen Orten Veranstaltungen anbot. Zusammen mit der Stiftung „Orte der Demokratiegeschichte“ möchte Steinmeier seit 2021 den positiv erinnernden Blick auf die Geschichte unserer Demokratie fördern. Diese Demokratie wurde – nach dem Versuch von 1848 – bekanntlich 1918/19 mühsam erkämpft, 1933 verloren und erst 1948/49 (im Westteil Deutschlands, insgesamt erst 1989/90) wieder erlangt. Trotz aller möglichen Kritikpunkte zu aktuellen Entwicklungen bleibt die Feststellung, dass die Bundesrepublik seit 1948/49 ein Leben in Freiheit und relativer Sicherheit gewährt.
Die Nachmittagsveranstaltung wurde von Mirko Drotschmann („MrWissen2go“) moderiert, der zuvor für etliche Selfies herhalten musste. Bei der Veranstaltung selbst wirkten als Impulsgeber Stefan Brauburger (Leiter Redaktion Zeitgeschichte beim ZDF), David Barth (Stiftung Orte der Demokratiegeschichte) und Niko Lamprecht mit. Letzterer erläuterte die Lehrkraftperspektive auf Exkursionen und Erinnerungsorte, die „als Sahnehäubchen“ und wichtige Unterrichtsergänzung anzusehen seien, aber durchaus Organisationsaufwand und manchmal Frustrationserlebnisse (aufgrund von Nichtgenehmigungen, Geldmangel o.ä.) bedeuten. Der VGD wünscht sich hier eine Bürokratieentlastung und ein einheitliches Fördersystem, damit Schulen proaktiv ein Budget erhalten, aus dem dann – ohne viele Anträge, Finanzengpässe etc. – gewollte Gedenkstättenbesuche oder historisch-politische Exkursionen bedient werden können. Die Schülerschaft rief er auf, dem Thema Demokratiegeschichte Aufmerksamkeit zu widmen: „Ihr seid die Zukunft in unsicheren Zeiten, nutzt geschichtliche Orte dieser Art, überprüft Eure eigene Verortung und den Wert von Demokratie!“ Markus Rindt wiederum trat als Zeitzeuge der DDR-Wendezeit auf und konnte authentisch von seiner Flucht aus der DDR über die Prager Botschaft im Oktober 1989 berichten: „Ich wollte nur Freiheit, alles andere war mir egal“.
Dem Haus der Geschichte ist für seine Gastfreundlichkeit sehr zu danken!
Näheres zu der ZDF-Initiative s. https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-plant-doku-projekt-zu-orten-der-deutschen-demokratiegeschichte Die ZDF-Filmformate werden zu gegebener Zeit durch ein VGD-Team didaktisiert werden, um Schulen Unterrichtsangebote machen zu können.
Fotos: v.d.Heyde (ZDF, freigegeben) und Herms (HdG, freigegeben)


