Marburger Erklärung 2013

Marburger Erklärung zur Lehrerausbildung (28.9.2013)


Icon of Marburger Erklärung Endfassung 29.9.2013 Marburger Erklärung Endfassung 29.9.2013

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands

Mit großer Sorge betrachtet der VGD e.V. bundesweite Entwicklungen in der Lehrerausbildung, welche generell die Qualität der Lehrerausbildung an Universitäten und Studienseminaren sowie die fachspezifische Qualität – und mittel- oder langfristig auch die Existenz – des Faches Geschichte betreffen und bedrohen. Schon in unserer „Mainzer Erklärung“ (vom 22. Mai 2005) wurde auf Punkte hingewiesen, deren Dringlichkeit sich – auch angesichts der Angleichung im Zuge des europäischen Bologna-Prozesses – verschärfte.

Der VGD e.V. tritt daher im 100. Jahr seines Bestehens nachdrücklich ein für die

  • Erhaltung des fachspezifischen Studiums und einer fachspezifischen und wissenschaftsorientierten Lehrerausbildung für das Schulfach Geschichte;
  • Beibehaltung von fachdidaktischen Lehr- und Prüfungsanteilen in der 1. Phase der Lehrausbildung sowie bei den Studien- bzw. Fachseminaren, welche die allgemein- und fachdidaktische Lehrerausbildung sichtbar prägen und mitgestalten;
  • Bewahrung einer sinnvollen Ausbildungsdauer der zweiten Phase der Lehrerausbildung, die nicht aus bloßen Sparzwängen heraus auf 18 oder weniger Monate reduziert wird;
  • Entwicklung zeitgemäßer Ausbildungskonzepte, welche modularisierende und allgemein kompetenzorientierte Aspekte mit fachspezifischen Inhalten koppeln.

Nur durch diese Maßnahmen kann perspektivisch eine sinnvolle Qualität des Faches Geschichte – und der Lehrerausbildung im Sekundarbereich insgesamt – gesichert werden.

Wir sind dabei durchaus bereit, über Reformen (z.B. fächerübergreifende Inhalte oder andere Synergien) bei Lehrerausbildung und Lehrplänen zu diskutieren. Generell bietet der VGD e.V. über seine Landesverbände jedem Kultusministerium entsprechende Mitarbeit an.

Den Bildungsplanern sollte jedoch bewusst sein, welche zentrale Bedeutung Geschichtsunterricht für die Bildung der heranwachsenden Generation,  für die Schaffung einer Diskurskultur in unserer pluralistischen Gesellschaft und damit für deren demokratische Entwicklung besitzt.

Der VGD erinnert die politisch Verantwortlichen an Wilhelm von Humboldt, den Begründer unseres humanistischen Bildungsverständnisses, welcher bereits wusste:

“Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“